Progesteron

– Hormon des inneren Friedens und der Weisheit –

Herkunft

In erster Linie aus den Eierstöcken, während der Schwangerschaft unterstützt durch die Plazenta. Ein winziger Anteil wird bei beiden Geschlechtern von den Nebennieren gebildet und eine kleine Menge auch von den männlichen Hoden.

Positive Wirkung von Progesteron

  • Es entspannt & beruhigt.
  • Es löst bei der Frau eine tiefe innere Ruhe, einen inneren Frieden aus.
  • Es ist das Hormon der inneren Heiterkeit, welches die Frau in der Schwangerschaft friedlicher, unbekümmerter und sogar ein wenig träge werden lässt.
  • Das Schwangerschaftshormon liegt in großen Mengen vor.
  • Es sorgt für einen besseren und tieferen Schlaf.
  • Es lässt Brust, Unterleib, Hände, Füße und Knöchel abschwellen, vor allem vor der Menstruation.
  • Die Progesteron Produktion beträgt in der zweiten (normal verlaufenden) Zyklushälfte 40 mg pro Tag und 500 mg täglich während einer normalen Schwangerschaft.
  • Damit schlägt es den Hormonrekord: jeden Tag Milliarden neuer Progesteron- Moleküle.

Das Steroidhormon Progesteron hat einen dämpfenden Einfluss auf die Wirkungen von Östrogen. Progesteron ist weiterhin wichtig für die Stabilität der Knochen. Es verlängert die Lebensdauer von Hautzellen und steigert die Kollagenbildung. Zudem wirkt es sich auf Faltenbildung und Zellulitis aus. Es hat eine schlaffördernde Wirkung und wirkt Stimmungsschwankungen entgegen.

Natürliches Progesteron ist essentiell für die Gesundheit der weiblichen Brust und der Fortpflanzungsorgane. Es spielt eine wesentliche Rolle für die Gedächtnisleistung und den Knochenaufbau. Es hilft, die Struktur der Haut aufrecht zu erhalten. Hier wirkt es synergistisch mit den Östrogenen, verlängert die Lebensdauer von Hautzellen, steigert die Kollagenbildung und wirkt somit der Faltenbildung entgegen.

Cellulite ist in der Regel mit einem gestörten Östrogen/Progesteron-Gleichgewicht und einem verminderten Testosteronspiegel verknüpft. Das Progesteron steigt ab Zyklusmitte in der 2. Zyklushälfte bis zum Zyklusende stark an. Neben der verminderten Östradiolkonzentration zählt ein niedriger Progesteronspiegel außerdem zu den Kennzeichen der veränderten hormonellen Situation in den Wechseljahren.

Mögliche Folgen niedriger Progesteronwerte

  • Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwäche, Nervosität
  • Cerebrale Störungen: Das Gehirn hat jede Menge Progesteron Rezeptoren!
  • Störungen des weiblichen Hormonstoffwechsels
  • Unregelmäßige Zyklen
  • Vermehrte Wassereinlagerung
  • Gewichtsprobleme
  • Dermatologische Symptome
  • Schlafstörungen
  • Verstärkung der Cortisolwirkung
  • Vorwiegende Einlagerung von Fettgewebe im Bauchbereich
  • Erhöhtes Risiko für Östrogendominanz (s.u. und Buchempfehlung)
  • Hitzewallungen
  • Depressionen
  • Ängste
  • Fatigue
  • Schleimhaut-, Hauttrockenheit
  • Triglyceridanstieg
  • Haarverlust, etc.

Bedeutung von Progesteron für das Körpergewicht

  • Wirkt der Fettansammlung im Bauchbereich (Körperstamm) entgegen
  • Stimulation der ß-adrenergen Zellen, welche die Adenylatzyklase stimulieren
  • Hemmung der Lipoproteinlipase (Bauch)
  • Gegenspieler des Stresshormons Cortisol

Bei welchen Erkrankungen setzen wir, wie auch der bekannte Progesteronspezialist Dr. med Michael Platt, natürliches Progesteron erfolgreich ein:

  • Als Wohlfühl-Hormon
  • Multiple Sklerose
  • Polyneuropathie
  • Migräne
  • Osteoporose
  • Antidepressivum
  • Fibromyalgie
  • Asthma
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  •  (übermäßige) Insulinausschüttungen
  •  „Hüftgold“, „Rettungsring“ Gewichtszunahme im Bauchbereich

Wenn Progesteronmangel vorhanden ist, entsteht leicht die sogenannte Östrogendominanz.

Was ist eine Östrogendominanz?

Dr. Lee beschrieb als Erster 1966 in seinem Buch: „What your doctor may not tell you about menopause“. Es bedeutet ein Überwiegen bzw. ein Ungleichgewicht der beiden wichtigsten weiblichen Hormone. Östrogen regt das Zellwachstum an, vermehrt das Fettgewebe und fordert die Einlagerung von Salz und Flüssigkeiten im Gewebe usw. Auch Dr. Platt ist ein großer Gegner vom häufig verschriebenen Östrogenpräparat „Presomen“ (gewonnen aus Pferdeharn).

Mögliche Zeichen einer Östrogendominanz sind:

  • Empfindlichkeit der Brüste
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Knötchen und Geschwülste in der Brust
  • Mehr Fettgewebe vor allem am Bauch, Hüften und Schenkeln
  • Wassereinlagerungen im Gewebe, Völlegefühl
  • Veränderungen des Gebärmutterhalses
  • Endometriose
  • Myome und Zysten
  • Verstärkung von Endometriosebeschwerden
  • Frühes Einsetzen der Menstruation
  • Unregelmäßige Menstruation
  • Unfruchtbarkeit
  • Fehlgeburten
  • Postnatale Depression
  • Kalte Hände und Füße auf Grund einer Schilddrüsendysfunktion
  • Trockene Augen
  • Erschöpfung
  • Allergien (Asthma, Ausschlage, Nebenhöhlenverstopfungen)
  • Autoimmunstörungen
  • Träger Stoffwechsel
  • Gallenblasenerkrankungen
  • Haarausfall
  • Kopfschmerzen
  • Unterzuckerung
  • Verminderter Sexualtrieb
  • Depressivität, verbunden mit Angst oder innerer Unruhe
  • Stimmungsschwankungen
  • Reizbarkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Konzentrationsstörungen und Gedächtnisverlust
  • Beschleunigung des Alterungsprozesses
  • Verstärkte Blutgerinnung
  • Erhöhtes Schlaganfallrisiko
  • Osteoporose und Knochenabbau in den Wechseljahren

Wie man einen Progesteronmangel feststellt

Ein Progesteronmangel kann man anhand Ihres Aussehens feststellen:

Gesicht

  • Ein aufgeschwemmtes Gesicht
  • Ein angespanntes, „unter Druck stehendes“ Gesicht, ein nervöser, aggressiver Blick

Körper

  • Große geschwollene Brüste (oder „Makromastie“: typisches Zeichen)
  • Brust und Unterleib sind druckempfindlich und schmerzhaft, vor allem vor der Menstruation
  • Angeschwollene Hände und Füße (Wasser)
  • Zysten in den Brüsten und Eierstöcken, Uterusmyome
  • Ein fettleibiger Unterkörper, ein aufgedunsener, aufgetriebener Bauch

Bei Klagen über

  • Ängste, Aggressivität und extreme Reizbarkeit vor der Menstruation
  • Starke Kopfschmerzen vor der Menstruation
  • Anhaltende Menstruationsschmerzen mit aufgedunsenem, hartem und verspanntem, schmerzhaftem Bauch

Gynäkologie

  • Zu starken Regelfluss
  • Endometriose (gutartige, hormonabhängige Gewebewucherungen im Becken)

Hier eine Übersicht des weiblichen Hormonzyklus.
Am 14. Tag die Ovulation / Eisprung

Wie das Labor die Diagnose bestätigt

Im Speichel (ggf. auch Blut) in der Zeit des 19. – 23 Zyklustag ( s. Abbildung). Ein niedriger Progesteronwert 6-7-8 Tage vor der Menstruation.

Die Speichelmessung von Sexualhormonen, insbesondere Estradiol und Progesteron, hat inzwischen auch in Deutschland einen festen Platz in der Kontrolle der Hormonesatztherapie (HRT). Auch wenn die Konzentration der Sexualhormone im Speichel nur 1 bis 3 % ihrer Serumkonzentration beträgt, bietet die Speichelmessung signifikante Vorteile, da ausschließlich die biologisch relevante, aktive, nicht Eiweiß-gebundene Fraktion dieser lipophilen Steroidmoleküle gemessen wird. Im Blut sind die lipophilen Sexualhormone an SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) und Albumin gebunden, nur 1 bis 3 % sind frei, biologisch aktiv verfügbar. Die Diffusionsgeschwindigkeit der Steroidhormone in den Speichel ist ca. 10-fach höher als die Speichelflussrate, sodass die Messungen weitestgehend unabhängig vom aktuellen Speichelfluss sind und optimal mit den freien Hormonwerten im Blut korrelieren.

Therapie

Die Pharmakokinetik der Steroidhormone im Speichel unterscheidet sich bei der heute bevorzugten topischen Anwendung von Hormonen (Creme, Gel oder Pflaster) ganz erheblich von der Serumkinetik. Vor allem bei Progesteron ist der  Konzentrationsanstieg im Speichel wesentlich ausgeprägter als im Serum, es kann sogar zu absolut höheren Werten kommen. Bei der üblichen, physiologischen Dosierung von topischem Progesteron (15 bis 30 mg) kann der Konzentrationspeak im Speichel nach 6 Stunden bis zu 100-fach über dem Ausgangswert liegen und den Serumwert absolut um bis zu 200 % übersteigen.

Der venöse Blutwert steigt unter diesen Bedingungen meist nicht an, nur kapillär/arteriell kann ein mäßiger Anstieg gefunden werden. Progesteron wird nach dermaler Resorption an die Membranoberfläche von Erythrozyten gebunden und direkt zu den peripheren Geweben einschließlich Speicheldrüsen transportiert, wo es internalisiert und gebunden wird. Nur ein geringer Teil bleibt in der Blutbahn, sodass die Serumbestimmung bei dermaler Applikation von Progesteron zu erheblicher Unterschätzung der tatsächlichen Gewebekonzentrationen führt und ggf. massive Überdosierung provoziert! Progesteron wird im Corpus luteum nach Ovulation gebildet und erreicht um den 19. – 21. Zyklustag die maximale Konzentration von 150 +/- 100 pg/ml im Speichel. Bei anovulatorischen Zyklus werden in der Regel Werte < 60 pg/ml gefunden. Diese Werte korrelieren mit den Symptomen (s.o.) des Progesteronmangels.

Mit dem Übergang in die Prämenopause nimmt die durchschnittliche ovarielle Progesteronproduktion allmählich ab, darüber hinaus nehmen anovulatorische Zyklen mit niedrigem Progesteron stark zu. Infolgedessen steigt LH steiler an, der LH:FSH-Quotient fällt unter 1 ab. Durch die verstärkte hypophysäre Stimulation und den Rückgang der Progesterondämpfung werden relative und auch absolute Östrogenexzesse häufig. In der Perimenopause (40 bis 55 Jahre) verstärken sich die Zyklusanomalien, die Zyklen sind meist anovulatorisch und infolge des Progesteronmangels und dessen fehlender balancierender Wirkung auf die Östrogene kommt es zu starken Östradiolschwankungen. In der Postmenopause sind schließlich beide Hormone, Progesteron und Östradiol, stark erniedrigt.

Wie wir behandeln?

Mit natürlichem Progesteron als transkutane Creme. Dadurch gelangt das natürliche Hormon ohne Leberbelastung und vorzeitigem Abbau in den Kreislauf und wirkt sanft, sicher und anhaltend. Die richtige Dosis ist entscheidend!

Die extragenitale Wirkung des Progesterons

Hormonsubstitution ist Simulation der Natur. Das Progesteron ist jenes Gelbkörperhormon, das der Eierstock bildet und das in manchen Qualitäten den synthetischen Gestagenen weit überlegen ist. Das Progesteron schützt nicht nur die Gebärmutterschleimhaut, sondern hat darüber hinaus einen starken Einfluss auf das seelische Gleichgewicht der Frau: Es besetzt den sogenannten GABA-Rezeptor, wo auch das Diazepam andockt, und stellt damit das physiologische Beruhigungsmittel des weiblichen Organismus dar. Fehlt es, so führt dies zu schweren psychosomatischen Störungen. Umgekehrt können diese durch eine Progesteron-Zufuhr ausgeglichen werden.

Das Progesteron besitzt nicht eine psychotype, sondern auch eine neurotrophe Wirkung; es regeneriert die Schwann’schen Zellen. Eine Erkenntnis, die noch jung ist und deren Bedeutung für die Therapie neurologischer Erkrankungen noch nicht abzusehen ist.

Auch auf den Wasserhaushalt des weiblichen Organismus hat das Progesteron einen günstigen Einfluss: Als Aldosteron-Antagonist bewirkt es die Diurese und verhindert die praemenstruelle Wasserretention. Leidet eine Frau darunter, so kann umgekehrt mit einer reinen Progesterongabe dieses Beschwerdebild reduziert werden. Auch auf das Blutgefäßsystem hat das Gelbkörperhormon einen spezifischen Effekt, der momentan -ähnlich wie sein Einfluss auf den Knochen- Gegenstand intensiver Forschungen ist.

Das Progesteron hat damit eine Reihe extragenitaler Funktionen, die im Rahmen der Hormonersatztherapie ebenfalls registriert und wahrgenommen werden müssen, die aber andererseits nicht durch synthetische Gestagene, sondern nur durch das Progesteron abgedeckt werden.

Quellen:

10.9.2008 Dr. med. W.P. Bieger, Lab 4 More GmbH, Paul-Heyse-Straße 6, 80336 München

AO. Univ. Prof. Dr. Johannes Huber

Curcumin für Leber und Herz
Mineralstatus Vollblut

7 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Klasse!
    So viele Unklarheiten aus der Vergangenheit haben sich mit Ihrem Artikel geklärt! Besten Dank

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  • Avatar
    Uta Lautenbach
    18. Februar 2020 22:10

    Sehr interessant und informativ.
    Herzlichen Dank

    Antworten
  • Avatar
    Johanna Hoh
    14. Mai 2020 19:31

    Hallo und danke für den aufklärenden Artikel. Bei mir wurde nämlich ein Progesteronmangel festgestellt. Ich leide schon lange an Schlafstörungen und den von ihnen beschriebenen Symptomen, ohne dass bisher der Progesteronspiegel untersucht worden ist. Erst jetzt wurde dem Verdacht nachgegangen und das Resultat eines mangels liegt vor.

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  • Herzlichen Dank für diese tolle Information.

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  • Avatar
    Konstanze Bartsch
    23. Juni 2020 14:14

    Boah. Jetzt wird mir einiges klar. Herzlichen Dank für ihren tollen beitrag.

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    Monica Warfsmann
    17. Juli 2020 21:45

    Danke für den ausführlichen Bericht.

    Antworten
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    Simone Kramm
    5. August 2020 12:44

    Ein sehr informativer Beitrag, danke.
    LG S. Kramm

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