Hormon Saliva

Speichelhormone – Warum?

Steroidhormone können außer im Blut auch im Speichel gemessen werden. Cortisol, DHEA, die Androgene Testosteron oder Androstendion, ebenso die weiblichen Sexualhormone Östradiol, Östriol und Östron oder Progesteron und 17-OH-Progesteron, alle leiten sich von Cholesterin ab. Sie sind lipophil und nur sehr gering wasserlöslich. Daher müssen sie im hydrophilen Blut an Trägerproteine gebunden werden, um zu den Erfolgsorganen zu gelangen. 95-99% der Steroidhormone sind im Blut teils an spezifische Trägerproteine wie SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) und CBG (Cortisol-bindendes Globulin), teils an Albumin gebunden. Ausnahme DHEA, das durch weitestgehende Sulfatierung hydrophil und frei in der Blutbahn beweglich ist.
Die Speichelhormone repräsentieren die aktive, biologisch frei verfügbare Komponente der zirkulierenden Steroidhormone. Sie korrelieren unmittelbar mit der momentanen Hormonaktivität, während die Gesamtkonzentration im Serum eher dem Reservepool des Hormons entspricht, aus dem sich das freie, aktive Hormon generiert. Die Relation von freiem und Gesamthormon im Serum unterliegt Schwankungen, abhängig vom momentanen Sekretionsstatus. Wegen der sekretionsbedingten Schwankungen und der Abhängigkeit von der Trägerproteinmenge sind die Speichelwerte nicht mit den Serumwerten vergleichbar, sie müssen anders behandelt werden. Oft wird jedoch der Fehler gemacht, von den Speichelwerten die gleiche Aussage wie von den Serumwerten zu erwarten. Die Serumwerte sind eher Langzeit-Basiswerte, die Speichelwerte Momentanaufnahmen.
Grundsätzlich kann die Speichelmessung die Serumbestimmung der Steroidhormone nicht ersetzen oder als dieser überlegen bezeichnet werden. Je nach Fragestellung ist das eine oder das andere Verfahren vorzuziehen. Während die Serumbestimmung methodisch unkompliziert ist und die über einen größeren Zeitraum verfügbare Hormonmenge angibt, ist die Speichelmessung für dynamische Untersuchungen, für Funktionstestungen und aber auch wegen ihres unblutigen Charakters vorzuziehen.
Hauptindikation für die Messung von Cortisol und DHEA im Speichel ist die Funktionsdiagnostik der Stressachse. Haupteinsatzgebiet der Speichelbestimmung von Sexualhormonen ist die Messung der tatsächlichen biologisch verfügbaren Hormonkonzentrationen, die im Serum nur indirekt über die gleichzeitige Messung der Trägerproteine (SHBG) gelingt. Darüber hinaus dient sie der Therapiekontrolle vor allem bei topischer Hormonsubstitution. Im Unterschied zur oralen Hormongabe, bei der der größte Teil des Hormons bereits bei der Leberpassage metabolisiert wird, bevor die Zielorgane erreicht werden, gelangt topisch appliziertes Sexualhormon (Gel, Creme, Pflaster) zum Zielgewebe bevor es in der Leber abgebaut wird. Die Speichelkonzentration topisch applizierter Sexualhormone steigt daher stärker an als der Blutwert.

Vorteile der Speichelhormonbestimmung:

  • Einfache Probengewinnung unter natürlichen Bedingungen
  • Leichte Durchführung von tageszeitlichen oder zyklischen Hormonprofilen
  • Stabilität der Speichelhormone bei Raumtemperatur bis zu 2 Wochen
  • Bestimmung der tatsächlichen biologisch aktiven Hormonkonzentration
  • Eignung für dynamische Funktionsanalysen
  • Eignung für die Behandlungskontrolle bei dermaler Hormongabe
  • ermöglicht eine leichtere individuell angepasste Hormonbehandlung

Ringversuch für Speichelsteroide bestätigt hohe Qualität der Testdurchführung in unserem Labor

Die Laboranalysen in unserem Partnerlabor werden mit größter Sorgfalt und unter hohen Qualitätsanforderungen erbracht. Zur Qualitätssicherung nimmt das Labor regelmäßig auch an externen Ringversuchen teil, soweit diese angeboten werden.
Aktuell wurde im Fachbereich Endokrinologie an einem Ringversuch für Speichelsteroide mit folgenden Parametern teilgenommen:

Die Ergebnisse unseres Partnerlabors liegen bei allen Parametern deutlich innerhalb des Toleranzbereiches für die zu erreichenden Zielwerte und bestätigen damit die hohe Qualität der Laboranalysen.

Wir bestimmen folgende Hormone:

Hormontyp

Bildungsstätte

Funktion

Eigenschaften (die Besetzung der Hormonrollen)

Cortisol, Cortison Nebennierenrinde Cortisol und Cortison sind die Stresshormone der Nebenniere. Sie haben folgende Wirkungen:

  •  Abbau von Eiweißen in der Muskulatur, in der Haut und im Fettgewebe
  • Abbau von Fett aus den peripheren Fettdepots. Dadurch gelangen freie Fettsäuren ins Blut.
  • Erhöhung des Blutzuckers
  • Antientzündlicher Effekt bei Verletzungen
  • Immundämpfender Effekt durch Hemmung der Abwehrzellen
  • Antiallergischer Effekt durch die Hemmung allergiebedingter Entzündungs­reaktionen
Verursacht:

  • Hektik
  • Unruhe
  • Stress
  • Steigert körperliche und emotionale Empfindsamkeit
DHEA (Dehydroepi­androsteron) Nebennierenrinde Androgenes Hormon, das den Aufbau von körpereigenem Eiweiß beschleunigt. Kann in Testosteron, aber auch in Vorstufen von Östrogen umgewandelt werden.
  • „Jungbrunnenhormon“
  • Vorstufen-Hormon aus dem Geschlechtshormone gebildet werden
  • schaltet den Körper bei Bedarf auf Sparkurs
  • unterdrückt die Bildung von Stresshormonen
  • verlangsamt biologische Reaktionen
  • verstärkt Gedächtnisbrücken im Gehirn
  • schützender und nährender Effekt auf Nervenzellen
  • wirkt fettreduzierend
  • beugt Osteoporose und Arterienverkalkung vor
  • mit zunehmenden Alter sinkt der Spiegel stark ab
Trijodthyronin (FT3 bzw. freies T3)  Schilddrüse (Hypothyreose) FT3 ist ein Schilddrüsen­hormon. Im Tri-jod-thyronin sind drei Jod-Atome.  Freies T3 ist das nicht an Eiweißstoffe gebundene T3 und somit der wirksame Anteil.
  • wirkt aktivierend bei fundamentalen Stoffwechselprozessen
  • fördert Wärmeentwicklung
  • erhöht den Sauerstoffverbrauch
  • beschleunigt die Kohlenhydrat-Aufnahme
  • steigert die Neubildung von Glucose sowie die Moobilisation des Leberglycogens (Glycogen= Speicherform von Kohlenhydraten)
  • aktiviert die Freisetzung körpereigener Fettbestände
  • beschleunigt den Cholesterolabbau
  • fördert die Proteinsynthese
  • beeinflusst den Wasserhaushalt und den Knochenstoffwechsel
  • unentbehrlich für die Wachstums- und Reifungsprozesse des Skeletts sowie für die Gehirnentwickluung
Thyroxin (FT4 bzw. freies T4) Schilddrüse (Hypothyreose) Thyroxin ist das andere Schilddrüsenhormon. Freies T4 ist das nicht an Eiweißstoffe gebundene T4 und somit der wirksame Anteil. T4 muss allerdings in T3 umgewandelt werden, um seine Wirkung zu entfalten. Gleiche, aber weniger intensive Wirkung wie T3. Dafür ist die Konzentration von T4 10-Mal höher, als die von T3.
Östradiol (Estradiol=E2) bzw. Östrogen Wird von bestimmten Zellen in den Eierstöcken (Ovarien) gebildet
  • Wachstum der weiblichen Geschlechtsorgane: Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, Schamlippen, Brust
  • Knochenwachstum und -bildung: fördert und stoppt das Längenwachstum bei Mädchen. Fehlen die Östrogene wachsen Frauen langsamer werden aber letztlich etwas größer. Östrogene wirken dem Knochenschwund (der Osteoporose) entgegen
  • Fetteinbau: Östrogene fördern Fetteinbau an den für die weibliche Figur typischen Stellen
  • Wachstum der Schleimhaut der Gebärmutter: Unter Östrogeneinfluss kommt es im Rahmen des monatlichen Zyklus zu einem starken Wachstum der Gebährmutterschleimhaut. In der proliferativen Phase (1.Zyklushälfte) wird die nach der Regelblutung dünne Schleimhaut der Gebärmutter wieder aufgebaut
Östrogene regen das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und des Brustdrüsengewebes an und sind an der Regulation des Menstruationszyklus beteiligt. Im Gehirn speilen sie eine Rolle für das psychische Wohlbefinden. Aber auch der Stoffwechsel der meisten anderen Organe wird durch Östrogen beeinflusst. Sie wirken dem Knochenabbau entgegen und beeinflussen den Fettstoffwechsel positiv. Um das 50. Lebensjahr herum nimmt die Östrogenproduktion deutlich ab. Die dadurch entstehenden subjektiven Probleme können durch eine Hormonersatztherapie (HRT) weitgehend aufgehoben werden. Neueren Erkenntnissen zufolge birgt eine solche Therapie aber deutliche Risiken, vor allem eine Erhöhung des Herzinfarkt- und Schlaganfallrisikos.
Progesteron, Gestagen Gelbkörper (Corpus luteum) der Eierstöcke Progesteron wird nur in bestimmten Phasen des Menstruationszyklus (2.Hälfte) und in der Schwangerschaft gebildet. Es reguliert die Uterustätigkeit, fördert die Einnistung einer befruchteten Eizelle und die Entwicklung der Brustdrüse.

Progesteron ist wichtig für den Wasserhaushalt, die Stabilität von Venen und Knochen und für die seelische Ausgeglichenheit.

Gestagene bewirken die Ausreifung der Gebärmutterschleimhaut und ermöglichen so die Einnistung der befruchteten Eizelle. Der wichtigste Vertreter der Gestagene ist das Progesteron. Fehlt es kann es zu Osteoporose und Gedächtnisverlust kommen, die Fettspeicherung arbeitet nicht mehr, wie sie soll. In Tierexperimenten wurden zahlreiche positive Effekte bei der Verabreichung von Progesteron beobachtet, zum Beispiel die Stärkung des Immunsystems. Beim Menschen können allerdings starke Kopfschmerzen und Depressionen auftreten.
Testosteron Hoden Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Es dient der Geschlechts­differenzierung der männlichen Fortpflanzung­sorgane und sorgt für die Ausbildung der sekundären Geschlechts­merkmale wie z. B. Bartwuchs, Körperbehaarung und Stimmbruch Androgene sind anabol wirksam, d. h. sie fördern das Knochen- und Muskelwachstum. Geringe Mengen werden bei der Frau in der Nebenniere gebildet und wirken sexuell stimmulierend
TAH (Thyrotropin) Hypophysen­vorderlappen, Hypothyreose Schilddrüse stimulierendes Hormon. Thyrotropin regt die Schilddrüse zur Freisetzung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 an. Außerdem fördert TSH die Teilungsfrequenz der Schilddrüsenzellen. Dadurch wird die Schilddrüse vergrößert.
Androstendion Nebennierenrinde Männliches Sexualhormon das in geringen Mengen auch bei Frauen in den Eierstöcken gebildet wird. Vorläufer von Estron und Testosteron.
Im Vergleich zum Testosteron besitzt es eine nur geringe androgene Wirkung.
Melatonin Wird in der Zirbeldrüse (Epiphyse) – einem Teil des Zwischenhirns – aus Serotonin produziert Steuert den Tag-Nacht-Ryhthmus Steigert die Gedächtnisleistung, antioxidative Wirkung, sorgt für ruhigen und entspannten Schlaf
Allopregnanolon Wird aus Progesteron gebildet. Hat eine beruhigende Wirkung und neutralisiert Stress. Bindet an GABA-Rezeptoren in Gehirn.
Vasopressin Hypothalamus (Gehirn) Als antidiuretisches Hormon bewirkt es die Bewahrung von Körperflüssigkeit Wirkt wie Testosteron.
Oxytocin Gehirn Hormon und Neurotransmitter Löst Wehen aus. Löst Gefühle wie Liebe, Geborgenheit und Ruhe aus. Luststeigernde Wirkung.

Was ist die Alternative zu künstlichen Hormonen?

Unser Lebensstil ist entscheidend dafür, wie wir altern, da sind sich alle seriösen Anti-Aging-Mediziner einig. Die Gabe von Hormonen steht immer an letzter Stelle, nach einer Umstellung des Lebensstils und des Ausschöpfens aller Alternativen zur medikamentösen Therapie. Bei starken Beschwerden (unkontrollierbare Schweißausbrüche, Haarausfall, Depressionen) können Hormone vorübergehend helfen. Generell gilt aber: „Safety first“.

Wir behandeln mit einer speziellen hormonstimulativen Ohr-Akupunktur, sowie pflanzlichen Substanzen, die Östrogenrezeptoren nutzen (und da gibt es weitaus mehr, als „nur“ Soja-Isoflavone). Orthomolekulare Mittel und auch Cremes mit natürlichen Hormonen, z.B. Progesteron gehören ebenfalls zu den Empfehlungen.

Pressemitteilungen:

Niedriger Östrogenspiegel erhöht Risiko einer Knie-Arthrose
Hormon Bestimmungen / Saliva Artikel – Gesundheit.com, Newsletter 25.08.06

Umwelt-Chemikalien stören Hormonsysteme von Mensch und Tier
Hormon Bestimmungen / Saliva Artikel – Newsletter, Nr. 112 vom 19. Juli 2006, der Universität Göttingen

An dieser Stelle Dissertationen und wichtige Arbeiten zum Thema:

Untersuchung von Salivacortisol und psychometrischen Verfahren als Komponenten einer psychobiologischen Beanspruchungsdiagnostik
Zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Sozialwissenschaften der Universität Mannheim Fakultät für Sozialwissenschaften, Dekan: Prof. Dr. Peter Drewek , Referent: Prof. Dr. Rupert Hölzl, Koreferent: Prof. Dr. Werner W. Wittmann
Hormon Bestimmungen / Saliva Dissertation – Vorgelegt von Dipl. Psych. Viola Weber Ludwigshafen, Publikationsdatum: 15.06.2005

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