Schimmelpilzallergie

Die Anzahl der Schimmelpilzallergien in Deutschland hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Mittlerweile sind sechs Millionen Personen in Deutschland betroffen.

Schimmelpilze bestehen aus einem Zellgeflecht, den sogenannten Hyphen. Die Schimmelpilzsporen sind die Allergenträger. Sie kommen in allen organischen Materialien vor, wie zum Beispiel in Küchenabfällen und Komposthaufen. Aber auch nicht organische Materialien wie Klimaanlagen und Luftbefeuchter können von Schimmelpilzen besiedelt werden. Schimmelpilze besiedeln die Materialien zuerst oberflächlich und gehen dann in tiefere Schichten über. Oft bleiben die Sporen unsichtbar, können aber dennoch der Gesundheit schaden.

Schimmelpilze können bei allergischen Personen Krankheitssymptome an den oberen (Nase, Rachen) und unteren Atemwegen (Bronchien) auslösen. Dies äußert sich in Form von Schnupfen und Atemnot und ist manchmal auch mit Husten verbunden. Betroffen sein kann auch die Augenbindehaut (Augenjucken, Augentränen, gerötete und geschwollene Augen). Im fortgeschrittenen Stadium kann sich zudem Asthma bronchiale entwickeln. Für die Schimmelpilzallergie sind Pilzsporen verantwortlich, die – vergleichbar mit Blütenpollen – in großen Mengen freigesetzt und über die Luft verbreitet werden.

Fakten

Schimmelpilze bevorzugen ein feuchtwarmes Klima. Sie benötigen mindestens eine Raumtemperatur von 20°C sowie eine Luftfeuchtigkeit von über 70%. In der Wohnung entsteht eine hohe Luftfeuchtigkeit oft allein durch kochen, duschen oder waschen. Aber auch Zimmerpflanzen sind eine potentielle Quelle für Schimmelsporen, da die Erde oft mit Pilzsporen übersät ist. Eine schlechte Außenisolierung in Gebäuden lässt zudem Kondenswassern an Fenstern entstehen. Dadurch bildet sich Schimmel an Rolladenkästen oder in Raumecken.

Viele der ca. 10.000 bekannten Schimmelpilzarten sind ausgesprochen potente Allergene, wobei aber nur wenige davon in Wohnräumen vorgefunden werden. Die wichtigsten im Wohnbereich vorkommenden Pilze sind die Gattungen Alternaria, Aspergillus, Cladosporium und Penicillium. Einen typischen Wandschimmelpilz gibt es nicht. Es herrscht ein buntes Nebeneinander verschiedener Arten.

Arten von Schimmelpizen

Cladosporium
Cladosporium ist eine Pilzgattung, die zu den am häufigsten anzutreffenden Schimmelpilzen gehört. Arten von Cladosporium kommen bevorzugt in Sumpfgebieten, im Wald und in Gärten vor. Sie wachsen bevorzugt auf verfaulten Pflanzen bzw. auf Laub. Besonders empfindliche Personen sollten deshalb jegliche Gartenarbeit, vor allem Rasen mähen, unterlassen. Die Sporenfreisetzung erfolgt vorwiegend bei trockenem Sommerwetter. Außerdem trifft man sie in Gewächshäusern, in schlecht gereinigten Kühlschränken und auf Textilien, z. B. Leinenstoffen, an.

Penicillium
Penicillium notatum gehört zu den Vertretern, die für ganzjährige allergische Symptome verantwortlich sein können. Hausstaub kann besonders reich an Sporen derartiger Schimmelpilze sein, vor allem in feuchten Wohnungen, wo sie optimale Wachstumsbedingungen vorfinden. Penicillium-Arten lieben Wärme und Feuchtigkeit. Sie gedeihen auf Obst, insbesondere auf Zitrusfrüchten, Äpfeln und Pfirsichen. Aber auch auf Brot, Käse, Mehl, Marmeladen und Fruchtsäften. Penicillium wird zudem bei der Herstellung von einigen Käsesorten zugesetzt. Darüber hinaus findet man Penicillium-Spezies in feuchten, dunklen Weinkellern, auf Gartenerde und Laub, aber auch in Badezimmern, auf Wasserrohrleitungen, Gummidichtungen, Fensterbrettern, Kühlschränken, Tapeten, Matratzen und Polstermöbeln. Penicilliumsporen können aber auch in der Außenluft vorkommen.

Rhizopus nigricans
Diese Schimmelpilzspezies Rhizopus nigricans ist der häufigste Schimmelpilz. Rhizopus-Sporen kommen in der Außenluft nicht sehr häufig vor, können jedoch in sehr feuchten Innenräumen und der Umgebung von kompostierender Vegetation sehr zahlreich sein. Er wird häufig in Küchen aufgekochten Früchteresten gefunden. Er wächst auf unbehandelten Holzoberflächen und ist die Ursache von Holzarbeiter Krankheiten in Sägewerken. Die Sporen werden bei heißem, trockenen Wetter abgegeben.

Aspergillus
Der Gießkannenschimmel ist weltweit im Erdboden zu finden, wächst aber auch gerne auf Baumwollstoffen, wie beispielsweise Hanf, Jute und Kapok. Zudem wächst er gerne auf Polstermöbeln und Schaumstoffmatratzen, Früchten, Gemüse und in Mehl. Dieser Schimmelpilz ist sehr wärmetolerant. Er braucht zum Wachsen eine Temperatur von 37-43°C. Er wächst auf Brot, welches er mit seinem bläulichgrünen Rasen überzieht. Später verfärbt er sich in rauchbraun.

Aspergillus befällt weitere Nahrungsmittel wie Gewürze, (z. B. schwarzen Pfeffer), Kirschen, Trauben, Roggen- und Weizenbrot, Gerste, Mais, Reis und Fruchtsäfte, bewirkt aber kein Verderben der Lebensmittel. Außerdem wird er zur Herstellung von Käse verwendet. Eine sehr gute Brutstätte sind warme gärende Pflanzenmassen, vor allem im Mist, Kompost, in der Biotonne, im Dünger, in Laubhaufen, in stark feuchtem Heu, in Silagefutter und in Topfpflanzen. Vor allem dann, wenn diese über der Heizung stehen. Weiterhin wächst er auch auf Tierkot (Vogelhaltung), Holz, Papier und Tapeten sowie im Badezimmer und anderen feuchten Ecken des Hauses (z. B. Keller).

Patienten mit einer Allergie auf Aspergillus fumigatus sollten Gartenarbeit und Komposthaufen und alles obige meiden. An trockenen, windigen Sommertagen sind die meisten Pilzsporen in der Luft. Zur Reduktion der Sporenbelastung im Haus sollten feuchte Stellen saniert, der Hausstaub reduziert, für eine ausreichende Belüftung gesorgt und Luftbefeuchter und Zimmerpflanzen entfernt werden, stattdessen Luftentfeuchter angeschafft werden. Abfallbehälter müssen möglichst häufig geleert werden.

Mucor mucedo
Dieser Schimmelpilz ist für ganzjährige Symptome verantwortlich, da ihre Sporen häufig auch im Hausstaub nachweisbar sind. Es empfiehlt sich, den Wohnraum Staub arm zu halten. Zum Beispiel, in dem kein Staub gesaugt wird, sondern der Boden nass gewischt wird . Zumindest aus dem Schlafbereich sollte Teppichboden verbannt werden, der als typischer Staubfänger gilt. Der Pilz lebt auch auf allen faulenden, organischen Materialien sowie auch auf Ledermöbeln bzw. Lederkleidern. Von den Nahrungsmitteln bildet Brot ein ideales Medium für das Wachsen dieses Pilzes. Beim Rasen mähen werden Mucorsporen in großer Anzahl aufgewirbelt.

Candida albicans
Candida albicans ist kein Schimmelpilz, sondern eine Hefe. Man findet ihn gelegentlich im Mund als Nebenwirkung von Cortison Sprays und im Darm. Die Keimzahl ist ausschlaggebend. Unter dem Gesichtspunkt seiner antigenen Zusammensetzung steht Candida albicans der Bierhefe nahe, deshalb muss im Falle einer Sensibilisierung auch Bier und Bierhefe völlig gemieden werden. Fälle einer Überempfindlichkeit vom Typ I und Typ IV wurden nachgewiesen, vor allem bei chronischer Urtikaria, bei Asthma und Heuschnupfen.

Schimmelpilzbelastung im Jahresverlauf

Bzgl. der nachfolgenden Veröffentlichungen:
Es werden Forschungsergebnisse oder Verfahren oder Methoden vorgestellt, die ich persönlich für hochinteressant halte. Ob die Ergebnisse in einigen oder mehreren Publikationen wissenschaftlich hinreichend gesichert sind, ist nicht gesagt. Die Schulmedizin verlangt hierfür randomisierte, multizentrische, placebokontrollierte klinische Studien und Veröffentlichungen in den führenden Fachzeitschriften. Ich möchte Ihnen aber auch gerne schon lange vor dieser oftmals nicht zu bewältigenden Hürde interessante neue Ergebnisse zeigen.

Quellen

Hobby-Gärtner stirbt durch Schimmelpilz-Sporen
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – Welt.de., 13.06.08

Schimmelpilze: Allergische Reaktionen
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – Medizinauskunft, 05.02.08

Schimmelpilz ruft allergische Reaktionen hervor: „Aspergillus versicolor“ auch auf Lebensmitteln und im Hausstaub
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – Pressetext, 04.02.08

Asthma bronchiale – Schimmelpilze als Ursache identifiziert
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – Pneumologie 2007; 61: 560, DOI: 10.1055/s-2007-991963

In Schokolade lauern nicht nur Kalorien: Für Allergiker können nicht deklarierte Zusatzstoffe gefährlich werden
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – Lexisnexis, 10.10.07

Schimmelpilz-Giften auf der Spur
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – Innovationsreport, 04.10.07

Psychologie: Depressiv durch Schimmelpilz
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – Focus Online, 30.08.07

Schimmelpilze – das unterschätzte Allergierisiko
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – OpenPR, 28.08.07

Schadstoffe im Lebensmittel: Schimmelpilze
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – OpenPR, 20.08.07

Was ist eine „Schimmelpilzallergie“: Symptome – Diagnose – Therapie – Vorbeugung
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – Allergie Medhorst, 20.04.07

Krankheitserregende Pilze werden zu einer immer größeren Bedrohung: Schimmel und seine Verwandten im Körper
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Artikel – PR-Inside, 19.04.07

Schimmelbelastungen von Hasel- und Walnüssen aus eigener Ernte, konventionellem und ökologischem Anbau
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Volltext – Umwelt & Gesundheit 2/2006 (PDF Dokument)

An dieser Stelle Dissertationen und wichtige Arbeiten zum Thema

Entwicklung eines Modellsystems zur Untersuchung spezifischer T-Zell Reaktionen gegen Aspergillus fumigatus
Zur Erlangung des Grades eines Doktors der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.). Von der Fakultät für Lebenswissenschaften der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
1. Referent: Prof. Dr. Dieter Jahn, 2. Referent: Prof. Dr. Jürgen Wehland
Schimmelpilz/Allergie/Gifte Dissertation – Vorgelegt von Mike Hasenberg aus Salzgitter, mündliche Prüfung (Disputation) am: 14.07.2008 (PDF Dokument)

Pollen verschlechtern Neurodermitis
Vitamin C Hochdosis Infusionstherapie

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