Wissenswertes zur Schilddrüse

(Glandula thyroidea)

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das zu beiden Seiten der Luftröhre im Bereich des Kehlkopfes liegt. Der rechte und linke Seitenlappen werden über eine kleine Brücke (Isthmus glandulae thyroideae) miteinander verbunden. Die Schilddrüse steuert überaus wichtige Funktionen im Körper, wie zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System, alle Hormone oder auch Muskeln und Nerven.

Die Hormone T3 und T4

In der Schilddrüse werden zwei äußerst wichtige Hormone gebildet: T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin). Sie steuern den Energiestoffwechsel und regeln den Haushalt von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen an. T3 und T4 regulieren den Wärmehaushalt und die Körpertemperatur. Funktionieren die beiden Hormone einwandfrei, ist eine geregelte Funktion des Magen-Darm-Traktes gewährleistet. Auch der Sauerstoffverbrauch in den einzelnen Zellen wird von den beiden Hormonen gesteuert. Ebenso gefördert wird das Wachstum von Haut, Haar und Nägeln.

T3 und T4 steuern zudem das Wachstum des Nerven- und Skelettsystems in der Kindesentwicklung. Auch das seelische Wohlbefinden wird durch T3 und T4 reguliert.

Funktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4

Zur Produktion dieser beiden Hormone benötigt die Schilddrüse Eiweiß und Jod. Jod kann der Körper nicht selbst herstellen, sodass eine ausreichende Menge über die Nahrung aufgenommen werden muss. Leidet der Körper unter einem Jodmangel, bildet sich ein Kropf (Struma).

Bei einem Kropf versucht die Schilddrüse den Jodmangel dadurch auszugleichen, indem sie sich vergrößert. Ab einem gewissen Volumen ist die Vergrößerung von außen deutlich sichtbar und es sind körperliche Reaktionen spürbar, wie beispielsweise Schluckbeschwerden oder ein pfeifendes Geräusch beim Atmen.

Zudem sind zwei Arten des Kropfes zu unterscheiden.
1. Struma diffusa
Die Schilddrüse wächst gleichmäßig in allen Bereichen.
2. Struma nodosa
Die Schilddrüse vergrößert sich nur diversen Arealen und zusätzlich entstehen Schilddrüsenknoten.

Das System der Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein äußerst fragiles System, das folgendermaßen funktioniert:

1. Die Schilddrüsenzellen (Thyreozyten) beinhalten ein Eiweiß, das sogenannte Thyreoglobulin. Dieses Enzym wartet in der Zelle darauf, dass Jod aus dem Blut angeliefert wird.

2. In diesem Eiweiß befinden sich zudem Thyrosin-Aminosäuren, an die sich das Jod chemisch binden kann. Aus dieser Verbindung entstehen die Hormone T3 und T4. Dieser Prozess geschieht mit Hilfe eines weiteren Enzyms, dem TPO (Thyreoidale Peroxidase).

3. Sobald die Hormone T3 und T4 chemisch zusammengebaut sind, werden sie in der Schilddrüse gespeichert. Die Speicherzellen (Follikel) erhalten daraufhin einen Hinweis, die fertigen Hormone ins Blut abzugeben.

4. Dieses Signal wiederum stammt vom Hormon TSH, welches in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) produziert wird. Das TSH gelangt über das Blut zur Schilddrüse. Dort bindet es sich an spezielle TSH-Rezeptoren.

5. Sobald sich das TSH-Hormon endgültig mit den Rezeptoren verbunden hat, werden die Hormone T3 und T4 aus der Schilddrüse in den Körper entlassen.

Erkrankungen der Schilddrüse

Bei Erkrankungen der Schilddrüse wird das empfindliche System der Hormone gestört.

Bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose) beispielsweise werden zu wenige T3 und T4- Hormone produziert. So unterschiedlich die Betroffenen sind, so individuell sind auch die Symptome einer Unterfunktion. Zu viele T3- und T4- Hormone werden hingegen bei einer Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose) produziert.

Eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse heißt Hashimoto. Es handelt sich hierbei um eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Es gibt zwei Formen von Hashimoto. Zum einen die klassische Form. Dabei vergrößert sich die Schilddrüse (Struma-Bildung) und büßt an Funktion ein. Bei der atrophischen Form wird das Gewebe der Schilddrüse durch die Entzündung zerstört und mit Bindegewebe ersetzt. Das Organ stirbt folglich ab.

Die Erkrankung Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Der Körper bildet Antikörper, die sich an die Schilddrüsenzellen (Mikrosomen) binden. Auf diese Weise bilden die Drüsen verstärkt T3 und T4-Hormone und es kommt zur Überfunktion. Morbus Basedow ist die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion.

Die sogenannten MAK (Mirkosomale Antikörper) und TAK-Antikörper (Thyreoglobulin-Antikörper) greifen zusätzlich das Enzym TPO an, welches die Entstehung der aktiven Schilddrüsenhormone T3 und T4 fördert.

Die TRAK (Thyreotropin-Rezeptor-Autoantikörper) setzen sich auf TSH-Rezeptoren der Schilddrüse, sodass es zu einer unkontrollierten Aktivierung des Hormons kommt. Das Fazit ist eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).

Heiße und kalte Knoten der Schilddrüse

Heiße und kalte Knoten in der Schilddrüse können die Ursache für eine Über- oder Unterfunktion sein. Kalte Knoten sind Areale, die wenige bis gar keine Hormone produzieren. Heiße Knoten hingegen sind weitaus aktiver und erzeugen mehr Hormone, als der Körper benötigt.

Die Worte heiß und kalt haben jedoch nichts mit Temperaturveränderungen zu tun, sondern inwiefern sich die Knoten bei einer Szintigrafie verhalten. Dies ist eine nuklearmedizinische Untersuchung der Schilddrüse. Anhand dieser Analyse können die Form, die Größe sowie die Lage der Schilddrüse besonders gut beobachtet und beurteilt werden. Heiße Knoten bekommen während dieser Untersuchung eine orange bis rote Farbe; kalte Knoten färben sich blau oder violett. Zudem müssen kalte Knoten entfernt werden.

Durch die Szintigrafie wird die Aktivität der Schilddrüse geprüft. Solange die Schilddrüse normal arbeitet, bekommen Betroffene von den Knoten nichts mit. Jedoch kann es angesichts der Knoten zu einer Über-oder Unterfunktion der Schilddrüse kommen, sodass diese behandelt werden muss.

Fakt ist: so klein das zierliche Organ Schilddrüse auch ist, sie übernimmt immense Aufgaben im menschlichen Organismus und verdient unsere Aufmerksamkeit.

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